Aufruf:

Die aktuelle Repression gegen linke AktivistInnen und Strukturen ist ein deutlicher Ausdruck der Bundesweiten Agenda gegen sog. „linksextreme Störer“. Hier wird öffentlich, auf welchen Ebenen und mit welchen Mitteln konservative Sicherheitsfanatiker versuchen progressive und natürlich auch militante Opposition zu erfassen, zu durchleuchten und zu kriminalisieren.

Um diesen repressiven Wellen begegnen zu können ohne selbst in Stillstand zu geraten, ist es wichtig, sich zum einen mit der Kontinuität der Verfolgung linker Strukturen auseinanderzusetzen und zum anderen die aktuelle Lage zu erfassen. Dies gilt vor allem in Hinsicht auf staatliche Konzepte und Neuerungen an technischen Einsatzmitteln.

In Dresden steht der nächste 13. Februar mit seinen einhergehenden geheimdienstlichen, polizeilichen und justiziellen Manövern vor der Tür. Deshalb wollen wir das vorletzte Januarwochenende nutzen, um zu informieren, zu diskutieren und uns auszutauschen über verschiedene Etappen staatlicher Verfolgung durch die Paragraphen 129(a/b).

In „Repressives Dresden“ sollen die lokale Sicherheitsstruktur und ihre Mechanismen im Alltag betrachtet werden. Außerdem wird es workshops geben, die vermitteln, wie wir uns und unsere Strukturen weitgehend vor staatlichen Eingriffen schützen können.


Mobi-Stuff:


Veranstaltungen:

Donnerstag, 19. Januar:

19:00 Uhr
Vokü

20:00 Uhr
Input und Diskussion:
„Repressives Dresden“ (Teil 1)

Schnell zur Straßenbahn, um mal pünktlich bei Freund*innen zu sein. Ticketkontrolleure drängen sich auf und finden eine Schwarzfahrerin. Umsteigen. An der Haltestelle findet eine Personenkontrolle statt: „Du ju häff äh passport?“ Kurzer Umweg in den Supermarkt. Neben der Kasse stehen zwei bezahlte Macker, die sogenannte Security. Also Rucksack auf: „Aha. Chips, Sekt und Kondome. Haben sie dafür einen Kassenzettel?“

Weiter geht’s: Ziemlich viele Bullenwannen unterwegs und da hinten? Das ist doch der neue WaWe 10.000? Heute ist doch Fußball… Welche repressiven Situationen begegnen uns vor der Haustür? Eine Veranstaltung über private Sicherheitsdienste, das Projekt „Polizei 2020“ und die Dokumentation unseres Alltags.

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Freitag, 20. Januar:

19:00 Uhr
Vokü

20:00 Uhr
Einblick:
Zur aktuellen Situation von Sonja und Christian

Am 14. September 2011 wurden Sonja Suder und Christian Gauger von Frankreich an den deutschen Staat ausgeliefert. Ihnen wird die Mitgliedschaft in den Revolutionären Zellen (RZ) und die Beteiligung an mehreren Aktionen in den 70ern vorgeworfen.

Sonja und Christian lehnen das Angebot eines Deals mit der Staatsanwaltschaft ab und zeigen damit, dass für sie eine Kooperation mit dem Staat und seinen HelferInnen nicht zur Debatte steht. Wie die Repressionsorgane ihre Vorwürfe begründen und wie die aktuelle Situation von Sonja und Christian ist, wird uns ein Anwalt erklären.

Check: www.verdammtlangquer.org/

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Samstag, 21. Januar:

11:00 Uhr
Brunch im Conni

12:00 Uhr
Verhör- und Aktionstrainig:
„Was tun, wenn’s brennt?“

14:00 Uhr
Workshop:
Computersicherheit
– Bringt eure Laptops mit!

«Digital self defence» will Klarheit schaffen. Klarheit, dass es keine absolute Sicherheit im digitalen Zeitalter gibt. Wie man sich dennoch gegen Repression schützen, mit FreundInnen in Kontakt bleiben oder Bilder verschickt ohne das Dritte diese abfangen oder mitlesen können sollen u.a. Themen des Workshops sein.

Für alle Komplexe besteht die Möglichkeit die konkreten Schritten an euren Computern durchzugehen. Falls ihr jedoch eine Komplettverschlüsselung durchführen wollt, sei euch zu einem Backup vorher(!) geraten, dafür wird während des workshops nicht die Zeit sein.

-16:00 Uhr-
-Erfahrungsbericht:-
-Die Repression der 70’er- (entfällt…)
Vortrag:
„Chronik der Repression“
Eine Ein­füh­rung in und über die ak­tu­el­len Er­mitt­lun­gen
nach §129 StGB in Sach­sen.

18:00 Uhr
Vortrag:
§129a und b „RAF-Enkel und Terror-Türken?“

Im Jahr 2002 sah sich die Magdeburger Linke staatlichen Angriffen ausgesetzt. Gegen drei Genossen wurden nach §129a StGB, „Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung“ Verfahren eröffnet.

Die staatlichen Angriffe auf organisierten Strukturen in Magdeburg und die Verhaftungen der drei Genossen zogen sich über mehrere Jahre.

Außerdem wurde im Jahr 2002 mit dem §129b StGB „Kriminelle und terroristische Vereinigungen im Ausland“ ein neues repressives Instrument geschaffen. Das post-faschistische Deutschland kann damit z.B. gegen kurdische oder türkische Exilorganisationen vorgehen.

19:00 Uhr
Vokü

danach: Bar, Musik & Menschen

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Sonntag, 22. Januar:

11:00 Uhr
Brunch im Conni.

12:00 Uhr
Verhör- und Aktionstrainig:
„Was tun, wenn’s brennt?“

17:00 Uhr
Output und Diskussion:
„Repressives Dresden“ (Teil 2)

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Location:

Alle Veranstaltungen finden im AZ Conni in der Rudolf-Leonard-Str. 39 Dresden statt. Check: www.azconni.de